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Micromanagement Teil 2 - Warnhinweise und Lösungsmöglichkeiten

Im ersten Beitrag zum Thema Micromanagement bin Ich auf die Definition von Micromanagement und der möglichen Folgen eingegangen (Nachzulesen hier). Im heutigen zweiten Teil möchte Ich genauer auf die Anzeichen eines Micromanagers eingehen, um Ihnen es zu erleichtern diese als solche zu identifizieren. Im letzten Teil werde Ich dann eine Lösungsmöglichkeit aufzeigen wie Sie davor sorgen können, dass das Problem von Micromanagement keine Relevanz mehr in Ihrem Unternehmen hat. 

Wenn Sie nach dem Lesen des letzten Blogartikels festgestellt haben, dass Sie es mit möglichen Micromanagern zu tun haben, hoffe Ich dass Sie sich die Zeit für (ex) Mitarbeitergespräche genommen haben. Die dabei entstandenen Protokolle können Sie mit der folgenden Auflistung von Verhaltensweisen vergleichen, um genau auszumachen ob sie es mit einem Micromanager zu tun haben und wenn ja wodurch diese/r sich auszeichnet. 

Anzeichen eines Micromanagers

1. Micromanager vermeiden Delegation

Micromanager glauben, dass Niemand einen annähernd so guten Job machen kann wie Sie selbst. Deswegen verwundert es auch nicht, dass Sie Delegieren von Aufgaben tendenziell meiden, womit jedoch niemandem geholfen ist. Besser ist es jedoch für Alle, wenn Sie die Aufgaben an die delegieren, die dafür die Fähigkeiten besitzen um die gewünschten Resultate zu produzieren.

2. Micromanager gehen zu sehr in die Details der Arbeit der Mitarbeiter

Konstant überprüft zu werden ist für Mitarbeiter echt anstrengend und hinterlässt Gefühle von Stress, Frust und Angst davor Fehler zu machen. Zudem Sei angemerkt, dass es auch alles andere als effektiv ist.

3. Micromanager fragen häufig nach Updates und Status Reports.

Updates und Berichte auf wöchentlicher Basis sind mittlerweile Standard und sollten keinen Mitarbeiter mehr überraschen. Wenn jedoch auf täglicher Basis nach Updates gefragt wird, können Sie sicher sein, dass die Führungskraft Micromanagement betreibt. Konsequenz ist nämlich, dass Mitarbeiter sich dann auf detaillierte Berichte fokussieren anstatt auf Ihre Arbeit.

4. Micromanager wollen in jeder Mail in CC stehen

„Und vergessen Sie nicht mich in CC zu nehmen!“ Kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor und hören Ihn allzu häufig? Auch in diesem Falle lässt sich klar Micromanagement feststellen. Entsprechende Manager haben die Befürchtung zu wenig Kommunikation mitzubekommen oder dass wichtige Dinge hinter Ihrem Rücken beredet werden.

5. Micromanager beschweren sich ständig und sind niemals zufrieden

Micromanager neigen häufig dazu sehr viel zu kritisieren und nicht zufrieden zu sein mit den Ergebnissen ihrer Mitarbeiter. Wenn man jedoch nur auf Fehler achtet, findet man auch nur dies: Fehler. Entsprechende Führungskräfte unterliegen dem Trugschluss, dass Sie so Perfektionismus verbreiten würden. In der Realität ist aber eine sinkende Motivation der Mitarbeiter die eindeutig wahrscheinlichere Konsequenz.

6. Micromanager lassen keinen Platz für Kreativität und verhindern unabhängige Entscheidungen

Weil Micromanager grundsätzlich Vertrauensprobleme mit ihren Mitarbeitern haben, schreiben Sie grundsätzlich so gut wie alles vor bei der Erledigung von Aufgaben. Vor allem in kreativen Berufen, die davon leben, dass Leute selbstständig arbeiten ist dies für Mitarbeiter kontraproduktiv. Hierbei sollte man sich immer vor Augen führen, dass Mitarbeiter aufgrund Ihrer Qualifikation und/oder Erfahrung eingestellt wurden um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Dies Ihnen nicht zu ermöglichen ist absolut sinnfrei und geschäftsschädigend.

Passend hierzu auch ein Zitat von Steve Jobs (vermutlich in späteren Jahren, wo er nicht mehr zu sehr dem Micromanagement Style verfallen war): „Es macht keinen Sinn intelligente Menschen einzustellen und diesen zu sagen, was Sie tun sollen; wir stellen intelligente Leute an, damit Sie uns sagen, was wir tun“.

 

Nachdem Sie jetzt die Gespräche ausgewertet haben, haben Sie eventuell festgestellt, dass eine Führungskraft (das schließt Sie selbst mit ein) große Anzeichen eines Micromanagers aufweist. Wie Sie jetzt ins Handeln kommen können erfahren Sie im letzten Teil unseres Artikels.

 

Micromanager zu modernen Leadern transformieren

Um einem Micromanager bei der Transformation zu einem modernen Manager zu helfen bedarf es Fingerspitzengefühl. Es ist daher empfehlenswert das direkte Gespräch zu suchen, um die Führungskraft für sein Verhalten zu sensibilisieren. Dabei ist es wichtig Verständnis für die Situation rüberzubringen, um die Bereitschaft zum Wandel zu ermöglichen. Häufig stehen hinter Micromanagement auch tiefe Ängste, die gilt es vorsichtig anzugehen.

Zusammen können Sie dann einen Plan erarbeiten, wie die gesunde Transformation hin zu moderner Führung gelingen kann. Vereinbaren Sie am besten nach 3 – 4 Wochen einen Termin, um den Status der Transformation zu besprechen. Schlechte Angewohnheiten haben leider den Nachteil, dass Sie sich häufig nur schwer loswerden lassen. Es mag daher zwei bis drei Meetings benötigen, bis die Transformation erfolgreich abgeschlossen isat.

Ein mögliches Vorbild im Zuge dessen kann Google sein.

Die folgende Liste fasst laut Konzern die wichtigsten Eigenschaften, Merkmale und Aufgaben eines modernen Leaders zusammen und kann eine gute Vorlage auch in Ihrem Unternehmen sein. für Ihr Unternehmen:

  • sie agieren als Coach und stehen ihrem Team als Sparringspartner und Ratgeber zur Seite
  • sie empowern ihr Team, die Aufgaben selbst zu erreichen und geben keine kleinteiligen Meilensteine vor
  • sie kreieren ein integratives Teamumfeld, in dem Erfolg und Wohlbefinden im Vordergrund stehen
  • sie fördern Produktivität und bleiben ergebnisorientiert
  • sie sind ein guter Kommunikator, hören zu und teilen alle Informationen
  • sie fördern die Karriereentwicklung und diskutieren Performance; dadurch ermutigen sie ihre Mitarbeiter – mit aufrichtigem und spezifischem Lob, aber auch durch kritisches Feedback
  • sie haben eine klare Vision und eine klare Strategie für ihr Team
  • sie eignen sich wichtige technische Fähigkeiten an, um damit ihr Team zu beraten. Denn gute Leader verstehen die Aufgaben ihrer Mitarbeiter, einschließlich ihrer alltäglichen Aufgaben und Herausforderungen
  • sie arbeiten effektiv zusammen. Schlechte Manager sehen ihr Team als ein Silo, das gegen andere Teams innerhalb desselben Unternehmens arbeitet oder diese sogar sabotiert
  • sie treffen Entscheidungen! Nachdem sie die Fakten kennen gelernt und die Gedanken und Perspektiven ihrer Teams berücksichtigt haben, bewegen sie die Dinge vorwärts.

 

Fazit

Micromanagement ist ein weit verbreitetes Problem, was in Unternehmen enorme Schäden anrichten kann und zu einem toxischen Unternehmensklima beitragen kann. In den beiden Artikeln habe ich Ihnen einen kurzenÜberblick geliefert, inkl. Möglichkeiten wie Sie Micromanager erkennen können und wie Sie das Problem angehen können.

Falls Sie nach dem Lesen dieses Artikels festgestellt haben, dass auch bei Ihnen im Unternehmen das Thema Micromanagement verbreitet ist, so seien Sie mutig und gehen Sie es an. Es wird sich für Sie lohnen.

Erstellt von

Müller, Simon

Marketing und Sales

am 14.10.2021 um 15:00 Uhr

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